Abteilung I, Briefe

Dokumenttyp: Brief

Chronologie: Briefe von 1914 bis 1915

Briefwechsel: Jacoba van Heemskerck an Herwarth Walden

Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung, Sturm-Archiv I, Heemskerck van Beest, Jacoba van, Bl.127-128


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Sehr wehrter Herr Walden.

Glücklich ist alles in Ordnung um aber weiter kein unangenehme Ueberraschungen zu haben hoffe ich die Bilder ab schicken zu können mit grande Vitesse1 ich habe mein emballeur2 über eine versicherung von Lieferfrist gesprochen er sagt aber dass man dass hier nicht tut.
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Finden Sie es nicht zu spät zu öffnen Sie haben dann bis ende die Ausstellung und dann noch 18. Tagen bis um die Bilder nach hier zu schicken,3 und jetzt geht es hier in Holland mit die Mobilisation auch viel langsamer dann in Friedenszeit. Sie machen es nach natürlich am besten, ich sage es nur, mir ist es ganz gleich eine Woche früher nach Berlin zu kommen. Bitte schicken Sie Sturmzettel4 für meine Bilder. Anbei ein schöne
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Artikel von Kickert, hoffentlich kommen mehrere, da Sie mir fragte immer solche Sachen zu schicken tue ich es auch. Herr Versluys der herausgeber, hat mir sehr enthousiast über Der Sturm (ℹ) [Digitalisat]5 geschrieben und über meine Holzschnitt [Digitalisat]6 wollen Sie ihm bitte bisweile ein Nummer (ℹ) [Digitalisat] schicken Ich freue mich mit Ihnen das Buch über Toorop zu sehen. Hoffentlich habe ich 20 Bilder fertig ich arbeite von früh bis spät. Wenn es Kritiken gibt dann schicken Sie die bitte gute und
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schlechte. Ich habe nun doch von Kickert gelesen dass er nur Schüler von Picasso und Le Fauconnier gibt, wir allen bestehen einfach nicht. Schade dass ich nicht ein Moment hingehen kann. es ist aber zu weit für ein Nachmittag.

Herzlichste Grüsse bald schreibe ich wieder sehr sehr viel Dank für alle Mühe mit das einrahmen Ihre JacobavH

In diese Monat ist meine Holzschnitt [Digitalisat] im Sturm (ℹ) [Digitalisat] sehr schön viel Dank.

  1. „Grande vitesse“ (frz.) heißt im Deutschen „Hochgeschwindigkeit“. Es ist davon auszugehen, dass Jacoba van Heemskerck hiermit den postalischen Versand per Eilpost meinte. »
  2. „Emballeur“ (frz.) bezeichnet zu Deutsch einen Verpacker. Jacoba van Heemskerck ließ ihre Kunstwerke von ihrem Emballeur Herr Ridderhof an Walden nach Berlin zum Versand vorbereiten und abschicken. »
  3. Im Februar 1916 fand die 38. Sturm-Ausstellung mit Werken Jacoba van Heemskercks in der Berliner Galerie statt. Vgl. Enders, Rainer: Ausstellungskataloge der STURM-Galerie. https://www.arthistoricum.net/themen/portale/sturm/ausstellungskataloge/ (Aufruf 06.04.2017). »
  4. Der Begriff „Sturmzettel“ ist in der Literatur nicht belegt. Van Heemskerck spricht in ihrem Brief an Walden vom 16. Oktober 1914 (Bl.29-30) davon, dass sie ihm mit Zetteln nummerierte Bilder schicken wolle: „die Bilder werde ich dann auch mit die Zettel vom Sturm nummerieren [...].“ In den folgenden Briefen ist dann von „Sturmzetteln“ die Rede. Es wird hier angenommen, dass „Sturmzettel“ Vorlagen des Sturm-Unternehmens zur Bennennung und Nummerierung von Kunstwerken waren. »
  5. Walden, Herwarth [Hrsg.]: Der Sturm. Halbmonatsschrift für Kultur und die Künste 15/16 (1915). »
  6. Walden, Herwarth [Hrsg.]: Der Sturm. Halbmonatsschrift für Kultur und die Künste 15/16 (1915), S. 89. »

Zitierhinweis:
Trautmann, Marjam: „Jacoba van Heemskerck an Herwarth Walden, 26. November 1915“, in: DER STURM. Digitale Quellenedition zur Geschichte der internationalen Avantgarde, erarbeitet und herausgegeben von Marjam Trautmann und Torsten Schrade. Mainz, Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Version 1 vom 16. Jul. 2018.

URI:
https://sturm-edition.de/id/Q.01.19151126.JVH.01

Versionen:
https://sturm-edition.de/id/Q.01.19151126.JVH.01/1 (16. Jul. 2018)

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