Über das Forschungsprojekt

Im Jahr 1910 gründete der Publizist und Komponist Herwarth Walden in Berlin die avantgardistische Zeitschrift ‚Der Sturm‘. Waldens STURM-Unternehmen avancierte in den Folgejahren mit der STURM-Galerie, der STURM-Bühne und dem STURM-Verlag zu einem programmatischen wie ästhetischen Sprachrohr der internationalen Avantgarde.

Unser Projekt beabsichtigt, die zahlreichen verstreuten digitalen Quellen des ‚Sturm‘ in einer historisch-kritisch angelegten Digitalen Edition erstmals zu vereinen. Als kollaboratives Projekt insbesondere des wissenschaftlichen Nachwuchses konzipiert, findet unsere digitale Forschungs- und Editionsarbeit an der Schnittstelle von Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Digital Humanities statt.

Alle im Projekt entstehenden Forschungsdaten und die von uns entwickelte Forschungssoftware werden dabei frühzeitig und kontinuierlich unter freien Lizenzen für die wissenschaftlichen Fachcommunities zur Verfügung gestellt. Wir gehen sowohl in der Editions- als auch in der Entwicklungsarbeit kollaborativ und iterativ vor. In einem ersten Schritt haben wir neben der Konzeption des Projektes und der grundsätzlichen Sichtung der digital verfügbaren STURM-Quellen bereits ein Gesamtmodell für die Edition sowie eine Webapplikation für die Edition und Präsentation der Quellen entwickelt.

In der aktuellen Projektphase möchten wir uns insbesondere der Edition von Künstlerbriefen aus dem STURM-Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin widmen. Hierbei können wir bereits erste edierte Briefkorpora aus den Jahren 1914 und 1915 zu Franz Marc und Jacoba van Heemskerck vorlegen. Gleichzeitig werden in dieser Phase auch erste Quellen aus den anderen Abteilungen dieser Quellenedition beispielhaft transkribiert, modelliert und in Beziehung zu den Künstlerbriefen gesetzt.

Das Digital Humanities Projekt ist an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz unter Beteiligung verschiedener kulturwissenschaftlicher Fächer angesiedelt. Über die Akademieprofessur für Digital Humanities an der Hochschule Mainz ist es eng mit der Lehre im hochschulübergreifenden Studiengang Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften verbunden.

Allen TeamkollegInnen und involvierten Studierenden sei an dieser Stelle ein besonderer Dank für den großen Einsatz und die ausgezeichnete, kreative Zusammenarbeit ausgesprochen. Ebenso bedanken wir uns herzlich bei der Mainzer Akademie und allen weiteren Freunden und Förderern des Projektes. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und Recherchieren im STURM!

Mainz, im Juli 2018
Marjam Trautmann und Torsten Schrade

    Das Projekt möchte die zahlreichen verstreuten digitalen Quellen des ‚Sturm‘ in einer historisch-kritischen Edition vereinen.