Abteilung I, Briefe

Dokumenttyp: Brief

Chronologie: Briefe von 1914 bis 1915

Briefwechsel: Jacoba van Heemskerck an Herwarth Walden

Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung, Sturm-Archiv I, Heemskerck van Beest, Jacoba van, Bl.60-62


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Sehr wehrter Herr Walden

Ihr Brief kam ich kann Ihnen nicht genug sagen wie froh ich bin über den Inhalt. Ihr Urtheil ist so wehrtvoll und Ihre Beurtheilung eine Anregung immer weiter zu gehen meine Idealen nach. Prachtvoll dasz Frl: Tak Bild 15 gekauft hat ich hatte gar keine Ahnung, dann verkaufe ich Ihnen auch herzlich gern die Zeichnungen ich schreibe Ihre Frau darüber.
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Wirklich ich bin auf einmal reich geworden. Viel Dank für die Zahlung vorgestern empfangen, ich schreibe eine Quittung für Der Sturm. hat mein emballeur1 Ihnen mit grande Vitesse2 die Holzdrucke für die Mappe geschickt. 450. stück, bei jede 25 st: habe ich ein Zettel gelegt. Dann noch 10. Druck von den Holzstock [Digitalisat]3 welche Sie im nächsten Sturm (ℹ) [Digitalisat]4 veröffentlichen. Hoffentlich gefällt Ihnen die Mappe ich habe so viel möglich alle Drucke gleich gemacht aber mit Handdruck ist dass nicht immer möglich. Wenn Sie das Papier zu grosz finden machen Sie es kleiner.
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, oder da es jetzt Sonntag is, schicke ich 2. Holzstöcke es war ziemlich schwer zu wählen da Sie aber diesen mit Schiffen nie in Der Sturm (ℹ) von mir gehabt haben glaube ich dasz für veröffentlichung diese die besten sind. Jetzt habe ich mit die 4 andere angefangen und hoffe die auch bald zu schicken. Alles was die Leute reden, macht mir jetzt auch nichts mehr, man wird so eifersüchtig werden und viel dagegen sagen. Es ist aber so ein herrliches Gefühl so bestimmt Ihre Meinung zu wissen. In Domburg werde ich auch nicht mehr ausstellen. Man hat hier sehr viele ausstellungen und die entrées und % für arme artisten So schreckliche ausstellungen wo man
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alles mögliche hängt. Schon sehr oft habe ich einladungen bekommen und immer sage ich dasz ich nur ausstellen wenn Sie alles arrangieren. Sehr gut dasz Sie alle Zeichnungen einrahmen lassen bitte schreiben Sie wie viel alles kostet dann schicke ich Ihnen direct das Geld zusammen mit 20 Mark für das Verein für Kunst. Frl: Tak fragt ob Sie und Ihre Frau wenn Sie in kommen, bei ihr wohnen wollen, leider habe ich zu wenig Raum Ihnen ein zu laden. Sie müssen aber gut wissen dasz Sie ganz frei sind und Geschäfte machen und alles thun was Sie wollen. So schön das Postkarten von die Bilder erscheinen.

Mit herzlichsten Grüssen Ihre Jacoba vanHeemskerck

Die Einladung ist für hier in Haag, wenn Sie im kommen


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von Der Sturm erhalten

neun und neunzig Mark. 99. Pf: 99. M. 99 Pf.

 Jacoba vanHeemskerck

  1. „Emballeur“ (frz.) bezeichnet zu Deutsch einen Verpacker. Jacoba van Heemskerck ließ ihre Kunstwerke von ihrem Emballeur Herr Ridderhof an Walden nach Berlin zum Versand vorbereiten und abschicken. »
  2. „Grande vitesse“ (frz.) heißt im Deutschen „Hochgeschwindigkeit“. Es ist davon auszugehen, dass Jacoba van Heemskerck hiermit den postalischen Versand per Eilpost meinte. »
  3. Walden, Herwarth [Hrsg.]: Der Sturm. Halbmonatsschrift für Kultur und die Künste 23/24 (1915), S. 149. »
  4. Walden, Herwarth [Hrsg.]: Der Sturm. Halbmonatsschrift für Kultur und die Künste 23/24 (1915). »

Zitierhinweis:
Trautmann, Marjam: „Jacoba van Heemskerck an Herwarth Walden, 28. Februar 1915“, in: DER STURM. Digitale Quellenedition zur Geschichte der internationalen Avantgarde, erarbeitet und herausgegeben von Marjam Trautmann und Torsten Schrade. Mainz, Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Version 1 vom 16. Jul. 2018.

URI:
https://sturm-edition.de/id/Q.01.19150228.JVH.01

Versionen:
https://sturm-edition.de/id/Q.01.19150228.JVH.01/1 (16. Jul. 2018)

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